Therapie

Auch wenn die Therapiemöglichkeiten von Demenzerkrankungen zurzeit noch sehr begrenzt sind, so wächst das Wissen auf diesem Themengebiet doch stetig. Neben der Standardtherapie können unseren Patienten auf Wunsch im Rahmen von Studien nicht medikamentöse Behandlungsformen sowie neu entwickelte bzw. in der Entwicklung stehende Arzneimittel angeboten werden. Jeder Patient erhält abhängig vom Stadium und der Ursache seiner Gedächtniserkrankung eine individuelle Beratung zur Therapie und möglicher Studienteilnahme.

Nicht medikamentöse Behandlungsformen

Nicht medikamentöse Behandlungen können dazu beitragen, die Zufriedenheit und Alltagsfertigkeiten des Patienten aber auch der Angehörigen an die erkrankungsbedingten Lebensumstände zu verbessern. Langfristige Ziele dabei sind, bestehende Fähigkeiten und Fertigkeiten zu bewahren und zu stärken sowie den Umgang mit dem nachlassenden Leistungsvermögen zu erleichtern und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Studien

Medikamentöse Behandlungsformen

Die aktuell zugelassenen Medikamente können den Verlauf der Gedächtnisstörung z.B. der Alzheimer Krankheit nachgewiesenermaßen hinauszögern. Es gibt jedoch unter den verfügbaren Medikamenten keine Substanz, die den typischen Nervenzellabbau einer neurodegenerativen Erkrankung aufhalten kann. Neben der Behandlung der Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit spielen bei Demenzen auch häufig für die Umwelt problematische Verhaltensweisen wie Unruhe, wirklichkeitsfremde Überzeugungen, Sinnestäuschungen und/ oder Schlafstörungen eine wichtige Rolle. Sollten nicht-medikamentöse Ansätze keine ausreichende Wirkung entfalten, kann der Arzt in unserer Sprechstunde auch auf medikamentöse Therapieformen zurückgreifen. Die Therapieempfehlung erfolgt immer individuell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt.

Studien

 

 

Leiter der Gesamtstudie:Prof. Dr. Philip Scheltens, VUmc Alzheimer Centre, Amsterdam
Studienleiter vor Ort:Prof. Dr. Stefan Teipel
Studienkoordinator:Henrike Pfaff (Tel. 0381 494 4767)
Beginn:2015
Status:laufend, Rekrutierung aktiv

 

Hintergrund und Ziele

Mit der SAPHIR – Studie soll die mögliche Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit
von Mehrfachdosen des neuen Medikaments PQ912 im Vergleich zu Placebo (Tabletten
ohne Wirkstoff) getestet werden. Mögliche Studienpatienten müssen eine leichte
kognitive Beeinträchtigung oder ein frühes Stadium der Alzheimer-Krankheit aufweisen.
Sie dürfen mit Ausnahme einer höchstens 2-monatigen Behandlung mit einem
Medikament gegen Demenz nicht vorbehandelt sein. Das Mindestalter für eine
Studienteilnahme beträgt 50 Jahre.

 

Übersicht

Es ist geplant, ca.110 Patienten europaweit in diese Studie einzuschließen. Auftraggeber(Sponsor) der Studie ist die Firma Probiodrug AG, Halle/Saale. Es entstehen Ihnen keineKosten durch eine Studienteilnahme. Patienten, bei denen eine leichte kognitiveBeeinträchtigung oder die Alzheimer-Krankheit in einem frühen Stadium diagnostiziertwurde, werden gründlich auf die Eignung zur Studienteilnahme untersucht.

 

Ablauf der Studie

Im Rahmen der Studie sind ca. zehn Besuchstermine in der Klinik geplant, die Dauer derStudienteilnahme beträgt insgesamt bis zu 7 Monate. Bei den jeweiligen Studienvisitensind sowohl Gedächtnistests als auch ärztliche Untersuchungen, wie Blut- und Liquoruntersuchungen,EKG-, EEG und MRT-Aufnahmen vorgesehen. Studienteilnehmernehmen über 12 Wochen 2 x täglich Tabletten des Studienmedikaments PQ912 oderPlacebo (Tabletten ohne Wirkstoff) ein. Die mögliche Wirksamkeit der Behandlung wird anhand neuropsychologischer Tests gemessen.Um an der Studie teilnehmen zu können, benötigen Sie eine Begleitperson Ihrer Wahl(z.B. Ehe-/Lebenspartner, Familienmitglied, Verwandte etc.). Die Begleitperson wird Siebei der Studiendurchführung unterstützen und bei allen Studienbesuchen begleiten.

Wenn Sie an einer Studienteilnahme interessiert sind, wenden Sie sich bitte an den oben angegebenen Studienkoordinator. 

Ziel der Studie ist der Nachweis eines möglichen schützenden Effektes der Einnahme des Cholesterinsenkers Simvastatin auf die Entwicklung einer Alzheimer Demenz bei Personen über 55 Jahren.

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